MSC Diedenbergen mit Fehlstart in die neue Saison
Zum Auftakt der Speedway Bundesliga am vergangenen Sonntag unterliegt der MSC Diedenbergen zuhause seinen Gästen aus Güstrow mit 42:45 Punkten
Spannung bis zum letzten Lauf bot der Auftakt zur Speedway Bundesliga Saison 2010 auf der Rennbahn des MSC Diedenbergen. Mit einer 41:40 Führung der Raketen aus dem Vordertaunus gingen die beiden punktbesten Paare in den alles entscheidenden Heat 14. Christian Hefenbrock und der polnische Junior Patryk Dudek für den MSC Diedenbergen trafen auf das Duo Kevin Wölbert und Robert Kosciecha. Die Spannung war zum greifen als das Startband in die Höhe schnellte und alle vier Fahrer auf die erste Kurve zurasten. Dabei touchierte Wölbert mit einer harten Attacke den neben ihm gestarteten Hefenbrock. Die beiden Motorräder verhakten sich und die Fahrer kamen zu Fall. Rennabbruch und Restart waren die Folge. Trotz leichter Blessuren konnte Hefenbrock nochmals antreten. Im Wiederholungslauf ein ähnliches Bild. Wölbert attackiert hart eingangs der ersten Kurve und berührte mit seinem Hinterrad abermals Hefenbrocks Motorrad. Diesmal konnten aber beide Fahrer im Sattel bleiben, Wölber konnte sich dadurch einen leichten Vorteil verschaffen, blieb vor Hefenbrock und reihte sich hinter Kosciecha und Dudek ein, die sich auf den Außenbahnen aus allen Scharmützeln heraushielten. Als Dudek in der zweiten Kurve jedoch überriss und zu Boden ging war die Entscheidung zugunsten Güstrows gefallen. Hefenbrock, an dritter Stelle liegend hatte zu keinem Zeitpunkt mehr die Gelegenheit die Beiden vor ihm fahrenden anzugreifen.

Christian Hefenbrock vom MSC Diedenbergen beim Speedway Bundesliga Auftakt am 28.03.10 Foto: J.Gaedke
„Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu“ kommentierte etwas später ein sichtlich enttäuschter Teammanager Jürgen Ax lakonisch die Auftaktniederlage. In der Tat war der MSC Diedenbergen gegenüber seinen Gästen aus Güstrow mit der nominell stärkeren Mannschaft angetreten. Mit Hefenbrock, dem Auatralier Watt, dem polnischen Juniorenmeister Dudek, dem deutschen Juniorenmeister Facher und René Deddens war man von der Papierform klarer Favorit. Doch bereits ab dem ersten Lauf schien die Seuche am Schleifschuh der Diedenbergener zu kleben. Klar in Führung liegend musste Watt sein Motorrad mit Motorschaden ausrollen lassen. René Deddens kämpfte ab seinem ersten Umlauf mit Motorproblemen die er bis zum Schluss nicht unter Kontrolle bekam und obwohl Frank Facher bei seinem ersten Start in Lauf drei einen neuen Bahnrekord in den Diedenbergener Sand brannte und dabei seinen Teamkollegen Watt sowie den deutschen Meister von 2008 Wölbert und Dennis Helfer von Güstrow in die Schranken wies, konnten die Raketen nie wirklich überzeugen. Als dann Davey Watt nach seinem dritten Umlauf auch noch mit Magen Darm Verstimmung und den dazugehörigen Ausfallerscheinungen vom Rennarzt für Fahruntauglich erklärt wurde kippte die Veranstaltung zu Gunsten der Barlachstätter. Zwar konnte der MSC bis Lauf 9 einen Vorsprung von 8 Punkten herausfahren, aber dann schlug die große Stunde des für Güstrow fahrenden Polen Kosciecha. Güstrow machte Gebrauch von der Joker Regelung, Kosciecha und Wölbert fuhren einen klaren Doppelsieg ein und verkürzten den Vorsprung des MSC auf nur einen Punkt. Daraufhin schien die Moral der Diedenbergener gebrochen. Keinen der drei folgenden Läufe konnten die Raketen für sich entscheiden und so kam es im 14ten und letzten Umlauf zum oben geschilderten Showdown mit dem glücklicheren Ende für Güstrow.
Rund 1000 Zuschauer waren gekommen um bei eher herbstlichen denn frühlingshaften Wetter dem Saisonauftakt zur Speedway Bundesliga beizuwohnen. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen an der Aschebahn gearbeitet um diese überhaupt Renntauglich zu machen. Aber trotz, oder genau wegen der schwierigen Bahnverhältnisse musste keiner der Zuschauer sein kommen bereuen, wurde Ihnen doch spektakulärer Sport bis zum letzten Lauf geboten.
Nun gilt es die Raketen wieder nachzutanken und fit für die kommenden Rennen zu machen. „ Das einzig Gute an der Niederlage ist“ so noch einmal Jürgen Ax, „das wir jetzt als Außenseiter zuschlagen können“
Die Ergebnisse im Einzelnen:
MSC Diedenbergen 42
1. Christian Hefenbrock (2,2,2,3,2,1) 12
2. Davey Watt (0,2*,3,3) 8+1
3. Patryk Dudek (3,1*,3,0,1,A,S) 8+1
4. René Deddens (0,0,1*,2*,0,0) 3+2
5. Frank Facher (3,1,3,1,3) 11
MC Güstrow 45
1. Kevin Wölbert (1,1,2,2,2*,2*) 10+2
2. Robert Kościecha (3,3,3,6!,3,3) 21
3. Steffen Mell (2,0,0,1*,1,2,) 6+1
4. Daniel Rath (1*,1*,0,1,2,1*) 6+3
5. Marcel Helfer (0,2,0,0) 2
1. Kościecha, Hefenbrock, Wölbert, Watt 2:4
2. Dudek, Mell, Rath, Deddens 3:3 (5:7)
3. Facher, Watt, Wölbert, Helfer 5:1 (10:8)
4. Kościecha, Hefenbrock, Dudek, Mell 3:3 (13:11)
5. Watt, Wölbert, Rath, Deddens 3:3 (16:14)
6. Dudek, Helfer, Facher, Mell 4:2 (20:16)
7. Kościecha, Hefenbrock, Deddens, Rath 3:3 (23:19)
8. Watt, Wölbert, Mell, Dudek 3:3 (26:22)
9. Facher, Deddens, Rath, Helfer 5:1 (31:23)
10. Kościecha (6), Wölbert, Facher, Deddens 1:8 (32:31)
11. Hefenbrock, Rath, Dudek, Helfer 4:2 (35:33)
12. Kościecha, Hefenbrock, Mell, Dudek (Ausfall) 2:4 (38:37)
13. Facher, Mell, Rath, Deddens 3:3 (41:40)
14. Kościecha, Wölbert, Hefenbrock, Dudek (Sturz) 1:5 (42:45)
Aus der Pressemitteilung des MSC Diedenbergen